Das Ende der Menschheit ist auf übermorgen, Dienstag, 14 Uhr, angesetzt.
Die letzten Tage waren recht kurzweilig. Wir unternahmen einen Sonntagsausflug. Am Montag kommt das Kribbeln. Der letzte Tag. Wer will sterben? Keiner denkt daran. Dass es morgen schon soweit sein soll; keiner denkt daran.
Bildwechsel.
Die Luft ist schwül. Faulig. Die Menschen werden geschmolzen werden. In einem Krater oder sonst wo – ich bin kein Techniker.
Der Montag vergeht viel zu schnell. Insgesamt ein netter Tag.
Dienstag. Kein Widerspruch erhebt sich. Man stirbt heute. In langen Reihen gehen die Menschen gemächlich ihren letzten Weg. Es wird heiß werden.
Schnitt.
Vorderste Front. Gefecht bei Nacht. Wir sind nur ein paar Rebellen. Die Fahnenflüchtigen der Armee schleichen davon. Sie waren schon immer etwas vernünftiger. Wir lassen sie ziehen.
Unsere Sache steht gut. Meine kleine Schar bricht Risse in die Reihen der Armee. Nein, wir lassen uns nicht schmelzen. Ich stürme hin und her. Die Kalaschnikow knattert. Nie hätte ich gedacht, dass ich so rennen und kämpfen kann. Die Kalaschnikow tut gute Arbeit. Ich springe aus dem Unterstand. Stürme zurück und vor durch die Horden der Gegner. Zurück in Deckung.
Der Strom der Deserteure lässt nicht nach. Ich lasse sie gehen.
Dann zum letzten Mal in den Unterstand. Kurz vor dem Ziel trifft mich ein leichter Schlag. Kein Schmerz, aber ich weiß, dass es blutet. Ich stürze in unseren Graben. Ich liege auf dem Rücken. Ich ziehe mein Hemd hoch. Bauchschuss. Ein Kamerad untersucht mich. Angst.
Er bekreuzigt sich. Dabei sieht man nur ein winziges Loch im Bauch. Ein wenig Blut und eine schwache Spur unter der Haut.
Wenigstens bin ich nicht geschmolzen worden.