Kleine Stadt,
Einkaufsstadt, Touristenstadt,
Kurstadt, Geschäftemacherstadt,
Totenstadt.
Uhh, ich kann es riechen:
Hierher kommen die Menschen zum Sterben.
Und wer bleibt, stirbt langsam mit.
Alte Leute, Spaziergänger.
Feriengäste, Rollstühle, Krücken,
Beinamputierte, Seelenamputierte.
Ein Hauch von Künstlichkeit,
ein Hauch von Verwesung.
Der Tod ist ein schweigendes Monster.
Motel, money, murder, madness.
Das war Jim Morrisons L.A.
Kaufhaus, Kurpark, Selbstmord, Wahnsinn,
Das ist Nekropolis.
Das ist meine kleine Totenstadt.
Hierher kommen die Menschen zum Sterben.
Nekropolis – meine kleine Totenstadt
Nekropolis – bunt polierte Gruft
Nekropolis – keiner fühlt, wie stumm der Tod kommt
Nekropolis – es geht ganz sanft, ganz still.
Er geht mit seinem Hund durch die Straßen.
Ein schwüler Sommernachmittag. Kondensstreifen.
Kreuze am Himmel.
Die Prozession. Reliquien in Woolworthtüten.
Weihrauch des Todes.
Gassen zwischen Betongruften. Eine Gartenwirtschaft.
Säufer hauchen sich Leben ein.
Kaffee, Rauchen, Worte, Gedanken, Bier, Blut,
Versinken, Versinken.
Motel, money, murder, madness,
Let’s change the mood from glad to sadness.
Kaufhaus, Kurpark, Selbstmord, Wahnsinn,
wer weiß, wie nah ich schon am Grab bin.
Hierher kommen die Menschen zum Sterben.
Nekropolis – meine kleine Totenstadt
Nekropolis – bunt polierte Gruft
Nekropolis – keiner fühlt, wie stumm der Tod kommt
Nekropolis – es geht ganz sanft, ganz still.
Die Prozession in den Straßen der Totenstadt.
Gehen. Eilen. Hasten, Tragen. Schlendern. Herumlungern.
Sklaven des Monsters. Schweigend.
Frauen mit starrem Blick. Angst.
Genuss des Verdämmerns, Verblühens, Untergehens.
Viva la muerte!!
Nekropolis. Jeder hat seinen eigenen Tempel.
Angefüllt mit Reliquien des Todes.
Bier, Auto, Video, Kinderporno, Heroin,
Ficken gegen die Verzweiflung.
Er lebt noch, aber wie.
Niemand legt die Hand auf seinen Arm.
Auch er tut es nicht. Atem der Verwesung.
Kleine Stadt. So viele Jahre. Niemand fühlt den Tod.
Nekropolis.
Hierher kommen die Menschen zum Sterben.
Nekropolis – meine kleine Totenstadt
Nekropolis – bunt polierte Gruft
Nekropolis – keiner fühlt, wie stumm der Tod kommt
Nekropolis – es geht ganz sanft, ganz still.
Wo ist der Garten?
Wo ist die Kindheit?
Wo ist die Jugend?
Wo ist die Liebe?
Wo ist das Leben?
Totenstadt, du ziehst Leben aus den Seelen.
Totenstadt, du gehörst verlassen.
Totenstadt, du gehörst vergessen.
Alles ist besser, als in dir zu verwesen.
Alles ist besser, als in dir das Ende abzuwarten.
Ah, Nekropolis.
Und doch, wie kann ich dich verlassen?
Was bleibt,
ist ein afrikanischer Traum.
Ein Traum von Blumen.
(* Songtext meiner früheren Band “Krachmaschine”)