Wo ist eigentlich dieser Joe DiMaggio
abgeblieben?
Das war doch so ein Baseballstar in Amerika?
Vielleicht ist er jetzt Vertreter für
Reizwäsche
oder er ist in einer Fabrik
deren Boss ein Baseball-Liebhaber ist
als kleiner Angestellter tätig
möglicherweise hat er den Bogen gekriegt
dann sitzt er jetzt in einer Zwölfzimmervilla
hat eine schöne Frau
die ihm nicht davonläuft
genug Geld
ein schnelles Auto
eben das Zeug das man so braucht
vielleicht versumpft er in einer Schwulenkneipe und säuft
oder er ist ein Drogenkopf geworden
vielleicht macht er Werbefilme
für Bademoden Unterhosen
für Püderchen Pülverchen
Wenn er nicht tot
oder auf eine billige Art um seinen Verstand
gekommen ist
sitzt er vielleicht gerade jetzt in einem Sessel
stiert aus dem Fenster
und er fragt sich
was um Gotteswillen all dieser Mist bedeuten soll
Dazu braucht er gar nicht mal so zu heißen
Where have you gone, Joe DiMaggio
our nation turns its Ionely eyes on you?
Wo hast du gegangen, Joe DiMaggio
unser Volk dreht dir die einsamen Augen raus?
oder:
Wohin bist du gegangen, Joe DiMaggio
unser Volk wendet dir die einsamen Augen zu?
Ist das ein großer Unterschied?
Cathy, I’m lost I said though I knew
she was sleeping
I’m empty and aching and I don’t know why
Cathy, ich bin verloren sagte ich
obwohl ich wusste dass sie schlief
ich bin leer, mich schmerzt es
und ich weiß nicht warum
oder: nichts, nichts
Stell dir das Wort einmal vor:
wenn du wieder einmal Joe DiMaggio sehen willst
und du weißt nicht wo er ist
wenn du mit nem Kumpel im Freien
bei der Arbeit stehst
gerade mal ne Zigarette rauchst
an nichts Böses denkst
und plötzlich fällt neben dir eine Taube
zu Boden
sie ist groß grau kräftig
und tot, aus, ein für allemal
kein Ton
niemand tat etwas
sie fällt einfach runter, aus
wenn du in deiner Stammkneipe sitzest
‘San Francisco’ hörst
und meinst, alles bricht auseinander
unerträglich
fast bekommst du nasse Augen
einfach so
Was soll das?
ist das das irdische Leidenstal
das Leidenstal einer Welt
die sich schöpft und sich verschluckt?
sind das politische Missstände?
Versäumnisse?
ist das nur der kranke Geist
eines Dahingeworfenen
eines Indieweltgeworfenen?
I don’t know why I spend my time
writing songs I don’t believe
Ich weiß nicht warum ich meine Zeit
damit verbringe Lieder zu schreiben
die ich nicht glauben kann
Warum schreibe ich auch das hier auf?
es sind uralte Gedanken
Jahre alt in mir
viel älter in anderen
Ich bin ein Kind des Existenzialismus (??)
niemand weiß heute irgendwas
wenn er nicht zu einem Glauben findet
Ei wie gerne wäre ich ein Pfarrer
in einer kleinen Landgemeinde
mit einer netten kleinen Kirche
und einfachen Menschen
mit einer schönen Bücherei
die ich verwalten würde
mit einem guten Weinkeller
mit einer lieben Haushälterin
– o je, so ein Pfarrer!
Doch ich kann nicht glauben
es gelingt oft
diese Fragen zu vergessen
ich sage mir dass ich Vertrauen haben muss
Vertrauen in die Welt in das Leben
dass alles seine Richtigkeit hat
dass ich mich mehr in die Welt
verstricken muss
Ich versuche das dann immer
und es klappt manchmal recht gut
doch dann kommt alles wieder zurück:
durch irgend einen Anlass bricht alles auf
ein Reinfall bei einem ‘Schwarm’
ein Lied
das mich an den Traum einer Jugend erinnert
eine tote Taube
oft ist es mir unverständlich
wie es kommt
dann stehe ich da
der Kopf möchte mir auseinander schießen
ich weiß nichts
alles ist zweifelhaft
alles ist mittelmäßig mies
alles tut weh beleidigt
alles macht schwach krank verzweifelt
An solchen Tagen ist es mir ein Muss
mir einen schweren Rausch anzutrinken
denn der Biertisch gibt mir eine Geborgenheit
ich kann trinken rauchen träumen
mit vielen anderen in einem Raum
allein sein
dort im Sündenpfuhl
wohin sich manche angeschlagene Seele
zu retten versucht
dort lässt sich die Schwermut
der treue Kumpan kalten Abende
ein wenig beruhigen
Dann träume ich von alledem
das ich haben möchte und doch nicht
von alledem dessen Wert
mir an jenen Tagen so fraglich erscheint
In die Welt sind wir geworfen
blind und taub
wenn wir nicht verstehen
die Sprache des Fleisches, der Natur
der Äußerlichkeit zu sprechen
Ich bin ein Kind des Existenzialismus (?)
Doch ich gebe nicht auf
werfe mich nicht fort
versuche dies versuche jenes
und suche, das
wovon ich nicht einmal den Namen kenne
und es wird weitergehen
irgendwie
Vielleicht
hat alles Menschenleben nur den einen Sinn
dass jeder mit seinem einmaligen Tun und Sein
das Ganze des Lebens weiterträgt
auf eine höhere Stufe
zu ungeahntem Sein
voller Vertrauen
wie der Baum seinen Samen wirft
nur weiter.