Und der Tag geht vorbei

1990

und der Fernseher läuft, und
im Schädel dröhnt und sticht es,
und der Hund schläft. Treuer Hund,
bester Freund.
In der Glotze eine Spielshow,
Affenkultur
Afterkultur. Ein viel zu schönes Wort
für den Bockmist.

Na, ich bin auch nicht viel besser,
fahre ab auf amerikanische Serien,
quietschende Reifen, Schüsse,
Straßen von San Francisco.

Der Hund sagt, komm, lass uns
spazieren gehen, ein bisschen
den Weibern auf die Ärsche sehen.
Die weißen Blusen, ach, es macht mich
schon gar nicht mehr an.

Der Hund sagt, geil, es riecht nach
Pisse, und ich rieche nichts und
kann mir nicht
erklären, warum ich mich so
wohl fühle. Kommt wohl von der
frischen Luft.

Leute kommen und gehen. Dazu sind
sie da. Denken, in der
Hitze der Nacht, wozu? Der Hund sagt, denk nicht
über diesen Unsinn nach. Das
bringt nichts.

In der Hitze der Nacht, schön wär’s,
denn es regnet und ist kalt, und
meine Lieblingsserie wurde abgesetzt und
durch einen Schwachsinn namens
Wie geht’s, Herr Pfarrer oder so
ähnlich ersetzt.

Dann sagt der Hund, komm,
lass uns noch mal spazieren gehen.
Im Schädel sticht es noch immer,
es regnet, und
die Leute gehen irgendwo hin,
zum Saufen,
nach Hause
oder Auto fahren.
Ist mir egal, was sie tun, die
Weiber, die Männer, man braucht sie
nicht wirklich

Auch der Hund sagt, komm, gehen wir
heim. Zeit zum Schlafen. Morgen
kannst du ja an deinem Bild weitermalen.

© 2012: Marco Schwarz