Mi, 23. April 2014

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Demokratie. Ein schönes Märchen

Dienstag, 23. August 2011

Marco Schwarz

Ganz bestimmt ist die Demokratie die beste und gerechteste Staatsform. Schon die griechischen Philosophen lobten sie auch dafür, dass sie in ihrer schlechten Ausprägung immerhin die geringsten Schäden anrichtet.

Moderne Demokratien leiten ihre Staatsziele von den Gedanken der Aufklärung ab, berufen sich auf offenbar in der Natur angelegte "Menschenrechte" und sehen sich in der Tradition der Französischen Revolution von 1789. Die Revolution entmachtete den Adel und gab seine Rechte an das Großbürgertum weiter. Die maßgeblichen Köpfe waren meiner Ansicht nach eine Horde blutrünstiger, hysterischer Amokläufer und Menschenschinder. Man könnte sie auch als "wütende Gutmenschen an der Macht" bezeichnen.

Kann daraus etwas Gutes entstehen?

Lassen wir diese verrückten 1789er Franzosen beiseite und schauen nach Amerika. Die USA sind die geistigen Eltern der Bundesrepublik. Sie schenkten uns viel, vom Besten bis zum Schlimmsten. An dieser Stelle sei der Kapitalismus in Reinform erwähnt, ebenso die Verblödung und Konsumsucht breiter Bevölkerungsteile, die systematische Fehlernährung für Profitinteressen, dagegen aber auch die großartigste Form der freien Meinungsäußerung. 1945 nahm Amerika eine Menge Patente und Wissenschaftler mit und schenkte uns die Demokratie. Das ist nicht höhnisch, sondern ehrlich gemeint!

Amerika denkt, die ganze Welt wäre besser, wenn alle Menschen wie Amerikaner wären. Und manchmal denke ich: Warum nicht, es gibt Schlimmeres. Wenn ich mir die Völker der Welt anschaue, bin ich sehr froh, Deutscher zu sein. Einer, noch mit Geschichtsbewußtsein und gottseidank einer altmodischen Erziehung und Allgemeinbildung. Trotzdem, Amerikaner wäre auch möglich gewesen.

Die deutsche Krankheit

Da schenken sie uns also die Demokratie. Und was tun wir? Wir fangen an, sie zu verbessern. Zu verschlimmbessern.

Was zeichnet die Demokratie aus?

  • Das Volk bestimmt.
  • Grundrechte und Pflichten werden in einer Verfassung garantiert.
  • Im Hintergrund steht die Idee, dass zum Wohle aller regiert wird.
  • Gewalt bleibt dem Staat vorbehalten.

Was schadet einer Demokratie und zerstört sie?

  • Eifernde Gutmenschen, die aus einer politischen Idee eine heilige Kuh machen, die nicht in Frage gestellt werden darf, so wenig wie zuvor ein König, und die bereit sind, fremde Völker mit Krieg zu überziehen, um die heilige Demokratie zu verbreiten. Fanatiker in der Regierung, die die Interessen ihres Volkes ihren Ideen opfern. Moralisten an der Macht, die ihre ätzende Säure über alles ergießen und damit jede Freude und Zuversicht zerstören.
  • Machtgruppen wie Parteien und Lobbies, die im Laufe der Jahre systematisch alle Macht im Staat an sich gerissen haben und sie an ihre Günstlinge verteilen wie früher ein Fürst.
    Das Volk in Deutschland hat keine Macht. Sie geht von ihm aus – und das war’s. Die Parlamentsparteien haben sich abgesichert. Sie vertreten alle eigentlich das gleiche, in unterschiedlicher Ausprägung, sie laufen der manipulierten Meinung hinterher und drängen sich in einer mythischen Mitte, während andere Parteien keine Chance haben, jemals in ihre Phalanx einzudringen. Das Volk wird nicht gefragt. Man drückt ihm die EU auf, den Euro, die Schuldenunion, die Besiedlung Deutschlands mit Fremden, obwohl man davon ausgehen muss, dass viele Deutsche das alles nicht wollen.
    "Deshalb fragen wir sie ja nicht! Sie sind zu dumm, um selbst entscheiden zu können! Später werden sie einsehen, dass wir in ihrem Interesse entschieden haben."
  • Die Aushebelung der Grundrechte. In Amerika darf jeder sagen, was er möchte. Egal, ob es richtig oder falsch ist. In Amerika darf man jede politische Überzeugung öffentlich äußern und darstellen. Das ist Meinungsfreiheit, die aus innerer Überzeugung und Stärke kommt.
    In Deutschland darf man das immer weniger. Man muss schon überlegen, ob man so einen Text wie diesen veröffentlicht. Es sind wieder die Gutmenschen. Daran ist kein Kapitalismus, kein Ausländer, kein Unterdrücker schuld. Das ist der deutsche Michel, der ängstliche Volltrottel, der sich liberal, gebildet und fortschrittlich gibt. Er ist an die Macht gelangt und krallt sich fest. Er könnte alles wieder verlieren. Die Menschen könnten sich von ihm abwenden. Nein, da sei das Gesetz vor!
    "Jeder hat das Recht, meine Meinung frei zu äußern!"
    Wir steuern auf die Meinungsdiktatur der linken Anständigen zu, auf die Demokratur, eine durch Deutsche veredelte Form der Demokratie. Das gibt es in keinem Land: Wer sich vom allgemein geglaubten Mainstream abwendet und nicht schweigt, wird gesellschaftlich geächtet, wirtschaftlich vernichtet und gesetzlich verfolgt.
  • Die Medien, Presse wie Fernsehen, haben in weiten Teilen eine Gleichschaltung hinter sich, die nicht angeordnet sein konnte. Man ist bis auf wenige Ausnahmen entweder für die Regierenden oder links davon. Weil der gleiche Typ Mensch, der sich in Folge der "Achtundsechziger" in den Parteien breit gemacht hat, auch in den Medienhäusern sitzt. Schlimmer noch, die Medien treiben die Politik vor sich her und hetzen sie voran.

Schlussfolgerung

Die Demokratie ist nicht die einzige respektable Regierungsform. Aber sie bietet alle Möglichkeiten zu einem Leben mit Streben nach Glück. Die Demokratie ist sicher die optimale Regierungsform für den Kapitalismus, denn er braucht Konsumenten, die sich etwas leisten können. Die Schweiz muss ein recht glückliches Land sein, denn dort geht es den Leuten relativ gut und sie können ständig über Gesetze abstimmen, auch wenn viele aus Faulheit darauf verzichten.

In Deutschland ist die Demokratie in Gefahr. Weil die Herrschenden das Volk von der Macht aussperren, es gängeln und moralisieren. Früher gab es das Feindbild des "reichen Bonzen". Er war stockkonservativ, Ausbeuter und in der CDU. Doch dieser Mann wollte nur unser Geld. Heute werden wir unser Geld ebenso los, doch dazu bekommen wir noch das abstoßende Gesäusel, was man nicht zu sagen hat und dass wir schon wieder die ganze Welt retten müssen, mit unseren Steuern, mit Verzicht und mit geistiger und materieller moralsaurer Selbstbeschneidung. Und warum? Weil wir böse sind. Weil wir der Welt den Hitler zur Verfügung gestellt haben. Weil wir an allem seit dem Dreißigjährigen Krieg schuld sind.

Jeder spürt, dass keine Substanz vorhanden ist, dass man nur die Karre noch ein wenig laufen lassen will, dass man unehrlich ist. Das größte Gift verbreiten genau die, die mit strahlender Überzeugung von Güte die Soße ihrer Kleinheit und Beschränktheit über alle ausschütten, die, deren Angst verhindert, dass man sie kritisierend darf, ohne rechts, Rechtspopulist oder Nazi genannt zu werden.

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Themengebiet: Gesellschaft
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Ein Kommentar

  1. 1

    Demokratie ist eine von Menschen geschaffene Staatsform, die die Mängel des Ein-Personen-Kults eliminieren sollte. Aber ist das wirklich so? Wir Menschen sind von Natur so ausgelegt, dass wir Führung brauchen und auch wollen. Wer ncht führt, ganz gleich in welchem Bereich einer Gesellschaft, wird ausgetauscht. Auch in einer Demokratie führen nur wenige. Menschen wählen zwar eine Partei und eine Philosophie, aber eigentlich auch die Führungspersönlichkeit von der sie erwarten, diese auch umzusetzen. Also steht der Mensch in einer Demokratie immer vor der Wahl: Philosophie oder Führungspersönlichkeit. Gehört die Führungspersönlichkeit zur Partei seiner Wahl ist ein Optimum erreicht. D.h. die Person soll führen und die Philosophie der Partei umsetzen. Somit haben wir doch wieder einen Personenkult der aber kontrolliert wird durch Ageordnete die selber führen wollen. Daher ist diese Kontrollfunktion wiederrum in Frage zu stellen. Aber Demokratie kann und muss sich auch wandeln, evolutionieren, denn es gibt demokratische Alternativen, also neue evtl. bessere Varianten der Demokratie. Aber das ist wieder ein anderes Thema. …