Mi, 16. April 2014

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Nihilio im Westen

Nihilio im Westen
Nihilio im Westen

Nihilio im Westen
Roman, 2007
2. überarbeitete Version mit Anmerkungen, 2009
Herstellung und Verlag:
Books on Demand GmbH Norderstedt
Umschlaggestaltung, Satz und Layout:
Marco Schwarz

ISBN: 978-3-8334-9439-0
EUR 15,90

Ein Newcomer? Ein arbeitsloser Dichter? Haben wir davon nicht schon genug? Und dazu einer, der immer nur was zu motzen hat? Der sich nicht zu Hause fühlt in dieser beschädigten Welt?

Ein neuer Roman in einer Zeit, in der in Deutschland alle fünf Sekunden ein Buch veröffentlicht wird, obwohl die Zahl der Leser rückläufig ist? Dazu eins eines unbekannten Autors, mit einem offenbar sinnlosen Titel? Das riecht nach Philosophie, vielleicht nur Hobby-Philosophie, nach Überzeugungstäter. Sollte hier der letzte Romantiker zugeschlagen haben, oder einer, der die Zeit nicht anders killen kann?

Von allem was. “Nihilio im Westen” stellt umfassend meinen bis hierher erreichten geistigen Hintergrund dar. “Abgründe von Jahren und Gedanken”, meiner Jahre und Gedanken, aber auch die der Welt, der Kulturen und Religionen, so weit sie erkennbar sind.

Und Nihilio – “Was für ein bescheuerter Name!” – ist nur eine erfundene Person, die sich selbstständig macht. Eine Art friedlicher Vordenker des Nihilismus, ein buddhistischer Mönch auf Weltreise, auf der Suche, aber wonach? Eigentlich nur nach etwas, woran er sein kühles Herz hängen kann. Aber die Welt und die menschlichen Gesellschaften sind nicht so, wie es sich ein etwas seltsamer Ex-Mönch erträumt.

Und irgendwann bleiben nur noch Fluchten, in Tätigkeit und auf dünn besiedelte Inseln.

Und der Autor selbst?

Er erlebt die ganze Reise am PC sitzend und berichtend. Lebt von den schmalen Gaben des Hartz-IV-Amtes und in ständiger Bedrängnis seiner eifrigen Mitarbeiter. Doch dann darf er in die Geschichte eintreten, an der Reise teilnehmen und lernen, lernen.

Herausgekommen ist die Geschichte einer Suche, einer Suche nach Antworten, nach Sinn, nach Gott.

Über dieses Buch:

“Marian starrte auf den Bildschirm. Ein alter Sack von einundfünfzig Jahren, der es zu nichts gebracht hatte. Webdesigner, Schriftsteller, Künstler, Musiker. Arbeitslosengeld-II-Empfänger. Nada, nichts. Nur heiße Luft, und immer alles besser gewusst. Dada. Da-da-da. Blah blah. Was für ein Bockmist.”

“Das ist eine schöne und grausame Welt!’, dachte er. Es ergab nicht den geringsten Sinn, wenn man etwa darüber nachdachte, was die tiefere Bedeutung von allem sein mochte. Ein Anfang war nicht erkennbar, ein Ende wohl denkbar, aber nicht wahrscheinlich. Natürlich war es sinnlos, über den Urgrund der Welt nachzudenken, denn schon Meister Laotse hatte allen für immer eingeprägt, dass über das Tao keine Aussagen möglich sind.”

“Nein, warte. Lass uns einfach ein wenig liegen und ausruhen.”
Durch die Wand hörten sie eifriges Poltern, Rammeln und Stöhnen. Sie mussten beide lachen. Bald kehrte Ruhe ein, dann hörte man schwach eine Zimmertür öffnen und schließen.
“Sie hat Feierabend”, sagte die Kleine.
“Möchtest du auch Feierabend haben?”
“Bis jetzt gefällt es mir bei dir recht gut. Der Feierabend kann warten.”

Ein Roman über Arbeitslosigkeit, Sitzen am PC, Isolation, und ebenso ein fast philosophischer Rundumschlag für die Freiheit. Und ein langer Weg durch die Geschichte auf der Suche nach Sinn, nach Bindung, und keine Antwort in Religion und Gesellschaft, außer vielleicht ganz im Osten …

Über den Autor:

Marco Schwarz, Jahrgang 1955, ist in der Gegenwart angekommen. Er hat nie einen Beruf gelernt, war viele Jahre in der Jugendarbeit tätig, bis er es nicht mehr aushielt, betätigt sich künstlerisch, um leben zu können, kann aber nicht davon leben. Seit 2000 ist er wirtschaftlich ein aktuelles Hybrid aus selbstständig und arbeitslos.

“Mischen Sie Hermann Hesse mit Charles Bukowski, geben sie einige Prisen alltäglichen Irrsinn hinzu, einen Hauch von Gefühl und Liebe. Und wenn es nicht schmeckt, schütten Sie wie Ketchup eine Menge Sehnsucht hinein. Sehnsucht nach etwas, das durch die geschlossenen Finger rinnt und sich nicht fassen und halten lässt. Sehnsucht nach Freiheit und Erfüllung, nach etwas, das die Welt uns verspricht, wenn wir ganz jung sind, das sie aber selten einzulösen vermag.”

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