Beschämungskultur
Montag, 19. September 2011 | von Marco Schwarz

Auf der Website der Piusbruderschaft findet sich ein kurzer Artikel "Gefährliche Beschämungskultur" des Psychiaters Daniel Hell.
Dazu habe ich mir einige leider wenig abwegige Gedanken gemacht. Die Diffamierung Andersdenkender fällt mir in allen Bereichen ständig auf. Sie ist eine Unsitte und Zeichen des Verfalls und der Verrohung der Kultur.
Bestimmt würde Meister Konfuzius sagen:
"Wo man sich beleidigt statt sich zuzuhören, schwindet die Achtung.
Wo die Achtung schwindet, zählt das Leben der anderen wenig.
Wo das Leben der anderen wenig zählt, zerfällt der Staat."
Es gibt ganz hinterhältige Zusammenhänge, wenn man es schon psychologisch betrachten möchte:
- Eigentlich lehrt man Toleranz und Gleichheit.
- Dann stellt man fest, dass doch nicht alle gleich sind.
- Gleich sind nur die, die sich den eigenen Grundannahmen anschließen.
- Da das Eigene nur gut sein kann, muss alles Entgegengesetzte schlechter sein.
- Jeder, der sich auf das Entgegengesetze beruft, muss also bei aller Gleichheit schlechter sein.
- Eine Gemeinschaft der Toleranz und Gleichheit kann nicht dulden, das abweichende Meinungen legal vertreten werden.
- Das entspräche zwar noch der Toleranz, doch man stellt fest, dass nur das toleriert werden kann, das den eigenen Grundannahmen entspricht.
- Da man gut ist und diese Güte auf die gesamte Gemeinschaft ausbreiten will, muss alles Abweichende korrigiert oder ausgestoßen werden.
- Jemand, der eine abweichende Meinung vom erkannt Guten vertritt, schadet der Gemeinschaft und macht die eigenen Korrekturen zunichte.
- Wer nicht in die gute Gemeinschaft passt, sollte fort sein.
Man vergisst, was Toleranz einmal bedeutete und definiert sie so, dass sie sich nur auf das erstreckt, was man selbst für gut hält. Natürlich kann das Schlechte nicht toleriert werden. Das ist leicht. Was man gut findet, kann man leicht tolerieren. Umso schlimmer für die Schlechten, denn sie müssen, soweit sie weiter existieren, nun all das tolerieren, was sie für schlecht halten. Tun sie es nicht, sind sie noch schlechter.
All das sind kranke Ideen, die meiner Meinung nach die politische Zeit in der Nachfolge von 1789 prägen. Bleibt nur zu sagen:
“Heil Robespierre! Heil Darwin! Heil Marx! Heil Hit …, oh, hoppla, das ist verboten. Heil Stalin! Heil Mao! Heil Rotfront! Heil Islam!”